Waldesruh

 

Der Topos vom Wald als Ort deutscher Romantik wurde über die letzten 200 Jahre unterschiedlichsten Umformungen ausgesetzt: Ob als Inbegriff romantischer Weltflucht, Spießigkeit, militaristischer Uniformität, Ökospiritualität oder Seismograph des Klimawandels – der Wald war und ist Projektionsfläche gesellschaftspolitischer Phänomene.

Regisseurin Anna-Sophie Mahler und ihr Team nehmen Recherchegespräche mit Spezialist*innen und Wissenschaftler*innen zum Ausgangspunkt für ihren zweiteiligen Musiktheaterabend, der einerseits zum Lernen und Erfahren einladen möchte, andererseits Perspektivwechsel herbeiführen wird: So werden sich romantische Chorliteratur und Waldlieder mit Zeltlageratmosphäre verbinden, erfährt das Publikum mehr über Pilzstrukturen und die Kommunikation der Bäume und verwandelt sich die kahle Tischlerei in einen imaginären Wald. Der Abend gipfelt in einer konzentrierten Aufführung von Morton Feldmans »Triadic Memories« – ein außergewöhnliches Stück für Klavier solo. 1981 entstanden, handelt es sich um ein Spätwerk von Feldman, das von extremer Reduktion, Klarheit und Offenheit lebt.

Anna-Sophie Mahler ist sowohl in der Oper als auch im Schauspiel zu Hause. Oftmals erarbeitet sie im Team Abende, die von Recherchematerial ausgehen und bekannte Bühnenstoffe mit den Biografien von »echten Menschen« konfrontieren.

Director:
Anna-Sophie Mahler
Dramaturgy:
Lars Gebhardt, Falk Rößler

Stage design:
Sophie Krater
Video design:
Georg  Lendorff
Komposition:
Michael Wilhelmi

Sound director:
Albrecht Ziepert

Singer/Performer/Musician:

Rebecca Pedersen, Philipp Jekal, Thomas Douglas, Falk Rößler, Michael Wilhelmi, Stefan Wirth, Jugendchor der Deutschen Oper Berlin 

www.deutscheoperberlin.de