Wunderkammer

 

„Wunderkammer“ ist ein künstlerisches Forschungsprojekt, das der Frage nachgeht, inwiefern der Akt des Sehens und die Abgetrenntheit von sozialen Gruppen in der Gesellschaft miteinander verknüpft sind. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, erkunden Eva Costa und ihr Team die Berliner Stadtlandschaft gemeinsam mit blinden und sehbehinderten Menschen, einer Gruppe, die nur allzu oft selbst übersehen wird.

Die persönlichen Erfahrungen und Beiträge jedes Mitglieds der Gruppe in Bezug auf die Wahrnehmung dieser städtischen Landschaft – ihre Vorstellungskraft, kulturellen Erinnerungen und Referenzen sind Grundlage für die Installation „Wunderkammer“.

Das Konzept der Wunderkammern bzw. der Kabinette der Kuriositäten entstand während der Renaissance und des Barock. Diese Vorläufer der Museen, waren Räume von Sammlern, in denen wertvolle Kunstwerke (Artificia) aufbewahrt und seltene Naturerscheinungen (Naturalia) konserviert wurden. Das Bild der Wunderkammer erinnert an die zerbrechliche Handlung und Zeit, in der der Mensch die ganze Welt zu kodifizieren und sammeln versuchte. Gleichzeitig ist es ein Vorschlag, unsere Perspektive auf die wunderbare Heterogenität der Welt zu öffnen.

„Wunderkammer“ ist eine gemeinsame Vision, eine künstlerische Aktion, eine politische Handlung.

Konzept & Regie:
Eva Costa
Lichtdesign:
Giorgio De Santis
Musik:
Albrecht Ziepert

Mit:
Claudia Fehle, Marion Hartwig, Silja Korn, Adrian Kosanke, Gerald Pirner

Premiere:
1. Juni 2018
Ufer Studios Berlin

www.evacosta.com