Stadt der Arbeit

Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Arbeit ist in unserer Gesellschaft ein Fetisch, ist Selbstzweck, ist Gott. Und was, wenn man keine hat? Oder keine, die Geld bringt? Oder noch schlimmer – was, wennman keine Arbeit haben will? Was Arbeit in Gelsenkirchen bedeutete und was sie heute noch ist, untersuchen der Regisseur Volker Lösch und der Autor Ulf Schmidt in einem Musiktheaterprojekt mit Gelsenkirchener Bürger*innen. Texte, Szenen und Spielhandlungen entstehen mit den Bürger*innen zusammen, zum Teil aus ihren eigenen Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit und den Mühlen der Arbeitswelt. Unterstützt werden sie von Künstler*innen des MiR-Ensembles. Eingerahmt vom Best-Of der Songs und Lieder über den Wert der Arbeit üben die Macher*innen harte Kritik am modernen Arbeitsbegriff und machen sich auf die Suche nach der Solidarität, die das Ruhrgebiet und die hier lebenden Menschen so stark geprägt hat.

Ein musiktheatralisches Projekt mit Gelsenkirchener Bürger*innen | Text: Ulf W. Schmidt

Director:
Volker Lösch
Text:
Ulf Schmidt
Stage & Costume Design:
Carola Reuther
Music Director:

Michael Wilhelmi
Sound design:
Albrecht Ziepert

Premiere
25th of September 2021
Musiktheater im Revier

https://musiktheater-im-revier.de

La Bohème

Ein Musiktheaterprojekt von Anna-Sophie Mahler und Anne Jelena Schulte
La Bohème.

Eine junge 4er-WG in einer Metropole. Eines Abends klopft es an der Tür. Eine junge Frau, Mimi, die Nachbarin, steht mit „eiskalten Händchen“ auf der Schwelle und bittet um Hilfe: Von nebenan bricht plötzlich eine andere Wirklichkeit herein, die die Tür zu neuen Aufbrüchen, in eine unbekannte wie ungewisse Zukunft, weit aufhält.
„An Träumen und Luftschlössern ist meine Seele Millionärin“, heißt es in Giacomo Puccinis Oper „La Bohème“. Sein zeitloser Opernstoff verbindet sich in dieser Inszenierung mit verschiedenen Zeitebenen der Stadt Leipzig und ihren Bewohnern. Zwischen Utopie und harter Realität, Selbstverwirklichung und Anpassung reagieren und verändern sich Lebenskonzepte und Träume. Sie kommen wieder, wiederholen sich in wechselnden Gewändern, nehmen verschiedene Abzweigungen oder verlaufen sich in Sackgassen. Welcher Traum klopft in den verschiedenen Zeitschichten an die Tür?
Biographien werden mit Motiven von „La Bohème“ kontrastiert. Regisseurin Anna-Sophie Mahler und Autorin Anne Jelena Schulte fragen, was die Freunde einer Künstler-WG, eine Wohngemeinschaft in Leipzig kurz vor und nach dem Mauerfall sowie die Bewohner eines gehypten Leipziger Szene-Viertels von heute gemeinsam haben. Sie spüren auf der Grundlage von Interviews Erinnerungen nach und darin den Visionen und Hoffnungen an einem spezifischen Ort in unterschiedlichen Zeiten. Daraus lassen sie eine Inszenierung an der Schnittstelle von Musik und Theater entstehen. „Lebwohl, Traum der Liebe“, singt Rodolfo im Schlussakt der Oper. Was ist aus den jugendlichen Vorstellungen von einer gerechteren Welt geworden? Welche Sehnsüchte haben sich erfüllt, welche wurden aufgegeben, welche Träume beseelen noch immer? 

Regie:
Anna-Sophie Mahler
Text & Recherche:
Anna Jelena Schulte
Dramaturgie:
Benjamin Große
Bühne:

Katrin Connan
Musik:
Arno Waschk

Sound director:
Albrecht Ziepert

Premiere
Coming soon!
Schauspiel Leipzig

www.schauspiel-leipzig.de

Waldesruh

Der Topos vom Wald als Ort deutscher Romantik wurde über die letzten 200 Jahre unterschiedlichsten Umformungen ausgesetzt: Ob als Inbegriff romantischer Weltflucht, Spießigkeit, militaristischer Uniformität, Ökospiritualität oder Seismograph des Klimawandels – der Wald war und ist Projektionsfläche gesellschaftspolitischer Phänomene.

Regisseurin Anna-Sophie Mahler und ihr Team nehmen Recherchegespräche mit Spezialist*innen und Wissenschaftler*innen zum Ausgangspunkt für ihren zweiteiligen Musiktheaterabend, der einerseits zum Lernen und Erfahren einladen möchte, andererseits Perspektivwechsel herbeiführen wird: So werden sich romantische Chorliteratur und Waldlieder mit Zeltlageratmosphäre verbinden, erfährt das Publikum mehr über Pilzstrukturen und die Kommunikation der Bäume und verwandelt sich die kahle Tischlerei in einen imaginären Wald. Der Abend gipfelt in einer konzentrierten Aufführung von Morton Feldmans »Triadic Memories« – ein außergewöhnliches Stück für Klavier solo. 1981 entstanden, handelt es sich um ein Spätwerk von Feldman, das von extremer Reduktion, Klarheit und Offenheit lebt.

Anna-Sophie Mahler ist sowohl in der Oper als auch im Schauspiel zu Hause. Oftmals erarbeitet sie im Team Abende, die von Recherchematerial ausgehen und bekannte Bühnenstoffe mit den Biografien von »echten Menschen« konfrontieren.

Fotos: Thomas Aurin

Director:
Anna-Sophie Mahler
Dramaturgy:
Lars Gebhardt, Falk Rößler

Stage design:
Sophie Krater
Video design:
Georg  Lendorff
Komposition:
Michael Wilhelmi

Sound director:
Albrecht Ziepert

Singer/Performer/Musician:

Rebecca Pedersen, Philipp Jekal, Thomas Douglas, Falk Rößler, Michael Wilhelmi, Stefan Wirth, Jugendchor der Deutschen Oper Berlin 

Premiere
2th of October 2020
Deutsche Oper Berlin

www.deutscheoperberlin.de

Grenz.land

eine audiovisuelle Installation und multimediales Tanzstück im öffentlichen Raum

Grenzen haben Konjunktur. Seit sich Deutschland mit einer steigenden Zahl von Schutzsuchenden konfrontiert sieht, gibt es Tendenzen, sich immer mehr abzuschotten. Das Stück GRENZ.LAND nimmt diese Entwicklung zum Ausgangspunkt, um sich mit dem Phänomen der Grenze in unserer heutigen Gesellschaft zu beschäftigen – nicht nur als geografische Trennung zwischen Nationalstaaten, sondern auch innerhalb Deutschlands. Im Mittelpunkt stehen dabei Aspekte wie Zugehörigkeit und Ausschluss sowie die Frage mit welchen Grenzen sich „Zugezogene“ konfrontiert sehen. In Mecklenburg Vorpommern gibt es viele „Zugezogene“, einige von ihnen sind es vielleicht erst vor kurzem, andere schon vor Jahrzehnten, manche vor Generationen. Im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern dieser Region entsteht dieses multimediale Tanzstück, begleitet von Kunst- und Videoinstallationen im öffentlichen Raum.

Fotos: Peter van Heesen

Ein Projekt von VORPOMMERN TANZT AN – movin’ bröllin gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, dem Vorpommern-Fonds und unterstützt durch die Hansestadt Stralsund. Das Tanzstück GRENZ.LAND wird unterstützt vom Arts Council Korea.

Choreographie:
Yamila Khodr & Moonsuk Choi (12H Dance)
Tanz:
Yamila Khodr, Moonsuk Choi, Charlie Prince

Visuals/Stage Design:
Erato Tzavara
Objekte:
Anneli Ketterer (KunstAcker/Decrustate)
Sound Design
:

Albrecht Ziepert
Produktionsleitung:
Jones Seitz – gefährliche arbeit

Showing:
1. August 2020
Schloss Bröllin

Premiere:
7. August 2020
Vorplatz Landesmuseum, Greifswald 

www.12hdance.com

Lalka

 

Die traditionellen Werte sind aufgebraucht, der Positivismus hat sich als Utopie erwiesen, der Modernismus hat seine Werkzeuge noch nicht entwickelt. Unter diesen Umständen versuchen die Menschen, ihre Ziele um jeden Preis zu erreichen. Diese Tätigkeit basiert jedoch nicht auf der Reinheit von Absichten und menschlichen Leidenschaften, sondern ist eher wie ein Streit mit einem Verrückten. Hier regiert weder Geld noch Liebe die Welt. Alle Aktionen scheinen einige Illusionen zu unterstützen. Sogar der Staat ist rein illusorisch. Was ist die Illusion? Warum ist es so wertvoll? Warum begehrt sie jeder so sehr, obwohl dieser Wunsch völlig schwächt? Ist dieses phantasmatische Objekt des Verlangens kein süßes Versprechen, Macht zu haben? Kraft, die über die Welt der Werte und zwischenmenschlichen Beziehungen hinausgeht. Autorität, die ihre Stärke aus Täuschung schöpft? Ist nicht das mythische “Metall leichter als Luft”?

Photos by Michał Ramus

Director:
Wojtek Klemm
Dramaturg:
Tomasz Cymerman
Stage design:
Magdalena Gut
Costume design:
Julia Kornacka
Music:
Albrecht Ziepert

Premiere:
17th of May 2019
Teatr im. J. Słowackiego w Krakowie

https://teatrwkrakowie.pl