Eat My Fear

Choreografie & Regie: Caroline Finn
Chorarrangements & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Schauspiel Erlangen, 2026
Sparte: Tanztheater 

Inspiriert von den faszinierenden Bildwelten David Lynchs, ist die Tanztheaterproduktion Eat my fear eine Hommage an alles, was Lynch ausmacht.

Ob als Verrückter oder als Genie betrachtet, David Lynch hat die Geschichte des Filmemachens unbestreitbar geprägt. Seine Filme stellen das Surreale und Unheimliche dem Banalen und Alltäglichen gegenüber, um die absurde Wahrheit unserer gesellschaftlichen Realität aufzudecken. Caroline Finns Tanztheaterstück Eat my fear taucht in Lynchs Universum des Surrealismus ein. Hier verschwimmen Realität und Fiktion. Es treffen rätselhafte Personen und Lebewesen aufeinander, die zwischen Träumen und Albträumen leben. Das Banale kippt ins Groteske – und mittendrin der ständige Versuch, einen Sinn zu erkennen in einer Welt, die längst ins Wanken geraten ist.

www.schauspiel-erlangen.de

Orest

Regie: Mirella Weingarten
Komposition: Albrecht Ziepert
Musikalische Leitung: Rafael Salas Chía

Ort/Jahr: Tiroler Landestheater Innsbruck, 2026
Sparte: Oper

Flucht, Fremdenhass und Diktatur sind die zentralen Themen der 1734 uraufgeführten Oper von Händel. Dabei erzählt sie die aus der griechischen Mythologie entlehnte Handlung des Orest. Dieser hat seine Mutter Klytämnestra ermordet, um an seinem Vater Agamemnon Rache zu üben. Der Muttermörder flieht, vom Wahn verfolgt, nach Tauris. Dort trifft er auf seine totgeglaubte Schwester Iphigenie. Diese wird vom Tyrannen Thoas gezwungen, alle Fremden zu töten. Erst spät erkennen sich die Geschwister, doch gemeinsam mit ihren Gefährten gelingt es ihnen, die Gewaltherrschaft Thoas’ zu brechen und zu entkommen.

Für die Oper hat Händel ein Pasticcio der schönsten Arien aus neun seiner zwischen 1720 und 1732 entstandenen Opern zu einem musikalischen Genuss zusammengestellt. Die rasante und dichte Oper verdeutlicht die Kunstfertigkeit des Komponisten, in der er mit Feingefühl und Spürsinn seine Figuren mit musikalischen Ausdrucksmitteln experimentieren lässt. Komponist und Sounddesigner Albrecht Ziepert wird gemeinsam mit Regisseurin Mirella Weingarten Händels Pasticcio überschreiben und so die zeitgenössische Thematik des Stücks freilegen. In der Aktualität des Stoffes und der Form wird Händels bemerkenswerte Modernität neu erfahrbar.

www.landestheater.at

Der Drache

Regie: Mona Kraushaar, Daniel Schütter
Musik & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Ernst-Deutsch-Theater Hamburg, 2026
Sparte: Schauspiel

Seit Jahrhunderten wird die Stadt von einem Drachen beherrscht. Ein Schicksal, mit dem sich die Einwohnerinnen und Einwohner längst abgefunden haben. Jedes Jahr bringen sie dem Drachen eine Jungfrau und besänftigen ihn durch dieses Opfer. Wer wäre besser geeignet, die Stadt zu befreien, als der tapfere Ritter Lanzelot? Doch kaum angekommen, stößt dieser auf ein unerwartetes Problem: wie soll man ein Volk befreien, das gar nicht wirklich befreit werden will? Sowohl der Bürgermeister als auch sein Sohn, dessen Verlobte Elsa dieses Jahr dem Drachen übergeben werden soll, sind zur Kollaboration mit dem Drachen mehr als bereit. Es entsteht ein grotesker Kampf, der humorvoll die Mechanismen von Korruption und Propaganda aufdeckt.

www.ernst-deutsch-theater.de

 

Bewohner

Regie: Moritz Sostmann
Musik & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Schauspiel Erlangen, 2025
Sparte: Puppentheater

Eine Schauspielerin, ein Banker, eine italienische Gastarbeiterin, ein Drogenabhängiger, eine Depressive – sie alle bewohnen eine Demenzstation, und die Demenz bewohnt sie. Nur bruchstückhaft erinnern sie sich an ihr Leben. Dennoch wollen ihre Geschichten erzählt werden. Die Biografien der Bewohner:innen spiegeln unterschiedliche Aspekte des menschlichen Daseins, obwohl oder gerade weil die Dementen auf die bloße Essenz ihrer Persönlichkeit zurückgeworfen sind.
In Sostmanns Inszenierung interagieren Menschen mit Puppen und erwecken – als Pflegende, Angehörige, Freunde – die Porträts der Bewohner:innen zum Leben. So wird das Pflegezimmer zum Modell der Welt: Wer sind wir, und was bleibt von uns zurück, wenn wir uns selbst vergessen?

In Sostmanns Inszenierung interagieren Menschen mit Puppen und erwecken – als Pflegende, Angehörige, Freunde – die Porträts der Bewohner:innen zum Leben. So wird das Pflegezimmer zum Modell der Welt: Wer sind wir, und was bleibt von uns zurück, wenn wir uns selbst vergessen?

Figurentheater nach den Aufzeichnungen des Psychiaters Christoph Held in Kooperation mit dem Theater Waidspeicher e.V. Erfurt und dem internationalen figuren.theater.festival

Eingeladen zu den 40. Bayerischen Theatertagen in Regensburg

schauspiel-erlangen.de

 

Ewig Sommer

Regie: Jonas Knecht
Choreografie: Sagí Amir Gros
Musik: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Schauspiel Erlangen, 2025
Sparte: Tanztheater

Eine Hotelbesitzerin harrt in einem ehemaligen Kurort aus. Gäste hat sie dort schon lange keine mehr, denn im Wald nebenan toben die Brände, jeden Sommer heftiger und länger als im Jahr zuvor.

Unerwartet taucht in dem verlassenen Ort eine junge Frau mit ihrer Tochter auf. Für die Besitzerin des Hotels ist der Besuch gleichzeitig willkommene Abwechslung und Grund zur Sorge: Irgendetwas scheint mit den Fremden nicht zu stimmen. Wovor fliehen sie an einen Ort wie diesen? Ist der verschwiegenen Frau mit ihrer stummen Tochter zu trauen? Sind Hitze und Isolation nicht zu gefährlich für das Kind?

Während der Wald brennt und im Klimacamp in unmittelbarer Nähe protestiert wird, kommen die beiden Frauen einander näher. Bis ein merkwürdiger Anrufer nach der Besucherin fragt und die Ehrlichkeit ihrer Beziehung infrage stellt. Franziska Gänslers atmosphärischer Roman wird zur Grundlage für einen Abend, der Musik, Schauspiel und Tanz verbindet, um eine Geschichte über drängende Fragen unserer Zeit zu erzählen.

schauspiel-erlangen.de

Volksfeind

Regie: Mona Kraushaar
Musik & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Tiroler Landestheater Innsbruck, 2025
Sparte: Schauspiel



Wie funktioniert Gesellschaft in einer Welt, die zunehmend instabil wird? Was, wenn Kritik in einer Demokratie nicht mehr möglich ist? Passen Politik und Wahrheit zusammen? Und was passiert, wenn zwei Protagonist:innen ihren Weg kompromisslos verfolgen? Die Ärztin Dr. Stockmann entdeckt, dass das Heilwasser des Kurortes verseucht ist. Während sie die Öffentlichkeit informieren möchte, versucht die Stadtverwaltung, den Umstand zu vertuschen.

1882 veröffentlicht, zeigt Ein Volksfeind, wie unvereinbar wirtschaftliche Interessen und moralische Verpflichtungen neben­einanderstehen. Regisseurin Mona Kraushaar geht der Frage nach dem Konflikt zwischen absolutem Wahrheitsanspruch und Kompro­missbereitschaft nach und widmet sich mit viel Interesse einem Stoff von aktueller gesellschaftlicher Sprengkraft.

www.landestheater.at

Beyond

Regie: Jonas Knecht
Dramaturgie: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Schauspiel Erlangen, 2025
Sparte: Audiovisuelle Installation

Ein Sohn sitzt am Sterbebett seiner Mutter. Er soll entscheiden, wann die Beatmung beendet wird. Während ihn Fragen und Zweifel überkommen, erlebt die Sterbende ihre ganz eigenen Reflexionen von Zeit und Endlichkeit. Wie lassen wir am Ende des Lebens los als Gehende und als Zurückbleibender? Der Theatersaal wird zum Zwischenreich der Zweifel und Spekulationen, in dem zwei Menschen mit der Sterblichkeit ringen, während um sie herum der Raum in einer Klang- und Lichtwelt des Beyond abtaucht.

Ein audiovisueller, installativer Abend über letzte Fragen und die höllisch schwere Kunst des Abschiednehmens.

www.schauspiel-erlangen.de

 

Prima Facie

Regie: Nora Schlocker
Musik & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Residenztheater München, 2024
Sparte: Schauspiel

Tessa Ensler ist eine knallharte Strafverteidigerin. Mit Anfang dreißig hat sie geschafft, was die wenigsten ihr zugetraut hätten: den Weg aus einem Milieu ohne Privilegien an die Eliteuni und dann in die Topkanzlei. Ihre Königsdisziplin ist die Verteidigung in Fällen sexueller Übergriffe. Ist ihre Freispruchrate so hoch, weil sie eine Frau ist, wie geunkt wird? Oder weil sie so gut Lücken und Widersprüche in den Aussagen der weiblichen Opfer aufspürt? Tessa ist jedenfalls stolz, dass sie ihr Gegenüber im Zeugenstand nicht quält wie manch anderer Kollege, aber sie glaubt auch an das Rechtssystem, das im Zweifel zugunsten der Angeklagten entscheidet. Doch diese Überzeugung wird erschüttert, als sie selbst vergewaltigt wird. Der Täter ist kein Unbekannter, sondern ihr Kollege Julian, mit dem sie eine Büroaffäre, vielleicht aber auch der Beginn einer tieferen Liebesbeziehung verbunden hat. Als sie Anzeige erstattet, ist ihr klar, dass die Anscheins- oder Prima-facie-Beweise nicht für sie sprechen – schließlich waren neben ihrer anfänglichen Anziehung auch mehrere Flaschen Wein im Spiel –, aber es geht ihr nicht nur um persönliche Gerechtigkeit, sondern auch um die Abrechnung mit einem von Männern geschaffenen Justizsystem, an das sie ihr Leben lang geglaubt hat.

Wie Ferdinand von Schirach arbeitete auch die australische Autorin Suzie Miller selbst als Strafverteidigerin – und zwar im Menschenrechtssektor, heute schreibt sie für Theater, Film und Fernsehen. «Prima Facie» wurde 2020 mit den wichtigsten australischen Preisen für neue Dramatik ausgezeichnet sowie mit dem Olivier Award, der höchsten Auszeichnung im britischen Theater. 2022 feierte es im Londoner Westend Erfolge und seit Frühjahr 2023 ist es am New Yorker Broadway zu sehen. Das furiose Monodrama, in dem Tessa Stück für Stück ihre Lebensgeschichte erzählt und alle auftauchenden Figuren gleich mitspielt, inszeniert Hausregisseurin Nora Schlocker, die in den vergangenen Spielzeiten sowohl Gegenwartsdramatik als auch Klassiker feinfühlig und klar auf die Bühne gebracht hat.

www.residenztheater.de

 

 

 

The Fairy Queen

Regie: Mirella Weingarten
Komposition: Albrecht Ziepert
Musikalische Leitung: Philipp von Steinaecker
Ort/Jahr: Tiroler Landestheater Innsbruck, 2024
Sparte: Oper

In dieser spartenübergreifenden Bearbeitung von Henry Purcells Semi-Oper aus dem Jahre 1692 überschlagen sich – frei nach dem Shakespeare’schen Original – die Ereignisse und Liebschaften. Regisseurin, Choreografin und Bühnenbildnerin Mirella Weingarten stellt mit den Ensembles aus Musiktheater, Schauspiel, Tanz, dem Tiroler Symphonieorchester Innsbruck und einer Akrobatin einen philosophisch-sinnenfrohen Sommernachtstraum auf die Bühne des Landestheaters. In der musikalischen Bearbeitung von Albrecht Ziepert trifft Barockmusik auf moderne elektronische Klänge, Märchenwald auf Realität.

Wer liebt wen oder wie viele? Ist die Liebe ein Traum, ein flüchtiger Wahn, der Tod? Und wie sieht es eigentlich mit dem Leben aus? Ist am Ende alles bloß Theater, die Welt ein Reigen von Schatten, das Spiel die einzige Wirklichkeit? Zauberwesen, Masken und Menschen, Götter und Dichterinnen, Feen, Esel und Allegorien jagen einander durch die Wälder der Liebe und feiern ihre bittersüße Magie mit Bild, Tanz und Gesang.


Fotos: Birgit Gufler

 

Woyzeck

Choreographie: Yamila Khodr (12H Dance)
Musik & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Stadttheater Hildesheim, 2024
Sparte: Tanztheater

Sei es in der Oper, im Schauspiel oder in der Literatur – es gibt unzählige Adaptionen der Geschichte um den jungen Mann Woyzeck, der einige Demütigungen auf sich nimmt, um seiner Familie trotz widrigen Umständen ein gutes Leben zu ermöglichen. Durch seine Eifersucht aber verliert er alles und begeht im Wahn eine unaussprechliche Tat. Dabei bleiben viele Fragen offen, die sich den Zuschauer_innen auch in heutigen Kontexten aufdrängen: Wie viel Willkür und Erniedrigung erträgt ein Mensch? Wem schenken wir unser Mitgefühl? Wie spiegelt sich ein politisches System im alltäglichen Leben und Denken wider?

Tanztheater von Yamila Khodr nach dem gleichnamigen Dramenfragment von Georg Büchner in Zusammenarbeit mit dem 12H Dance Collective.