La Bohème

Ein Musiktheaterprojekt von Anna-Sophie Mahler und Anne Jelena Schulte
La Bohème.

Eine junge 4er-WG in einer Metropole. Eines Abends klopft es an der Tür. Eine junge Frau, Mimi, die Nachbarin, steht mit „eiskalten Händchen“ auf der Schwelle und bittet um Hilfe: Von nebenan bricht plötzlich eine andere Wirklichkeit herein, die die Tür zu neuen Aufbrüchen, in eine unbekannte wie ungewisse Zukunft, weit aufhält.
„An Träumen und Luftschlössern ist meine Seele Millionärin“, heißt es in Giacomo Puccinis Oper „La Bohème“. Sein zeitloser Opernstoff verbindet sich in dieser Inszenierung mit verschiedenen Zeitebenen der Stadt Leipzig und ihren Bewohnern. Zwischen Utopie und harter Realität, Selbstverwirklichung und Anpassung reagieren und verändern sich Lebenskonzepte und Träume. Sie kommen wieder, wiederholen sich in wechselnden Gewändern, nehmen verschiedene Abzweigungen oder verlaufen sich in Sackgassen. Welcher Traum klopft in den verschiedenen Zeitschichten an die Tür?
Biographien werden mit Motiven von „La Bohème“ kontrastiert. Regisseurin Anna-Sophie Mahler und Autorin Anne Jelena Schulte fragen, was die Freunde einer Künstler-WG, eine Wohngemeinschaft in Leipzig kurz vor und nach dem Mauerfall sowie die Bewohner eines gehypten Leipziger Szene-Viertels von heute gemeinsam haben. Sie spüren auf der Grundlage von Interviews Erinnerungen nach und darin den Visionen und Hoffnungen an einem spezifischen Ort in unterschiedlichen Zeiten. Daraus lassen sie eine Inszenierung an der Schnittstelle von Musik und Theater entstehen. „Lebwohl, Traum der Liebe“, singt Rodolfo im Schlussakt der Oper. Was ist aus den jugendlichen Vorstellungen von einer gerechteren Welt geworden? Welche Sehnsüchte haben sich erfüllt, welche wurden aufgegeben, welche Träume beseelen noch immer? 

Regie:
Anna-Sophie Mahler
Text & Recherche:
Anna Jelena Schulte
Dramaturgie:
Benjamin Große
Bühne:

Katrin Connan
Musik:
Arno Waschk

Sound director:
Albrecht Ziepert

Premiere
30. April 2021
Schauspiel Leipzig

www.schauspiel-leipzig.de