West Side Story

54 Jahre nach der Uraufführung der WEST SIDE STORY am Broadway ist die Geschichte von Maria und Tony beinahe so berühmt wie Shakespeares ROMEO UND JULIA, jenem Theaterstück, auf dem das Musical thematisch basiert. 1949 trat der Choreograph Jerome Robbins zum ersten Mal mit der Idee einer modernen Version des Shakespeare-Klassikers an Leonard Bernstein heran: die tragischeLiebesgeschichte, erzählt vor dem Hintergrund zweier New Yorker Familien unterschiedlicher Religion. Doch in den 1950er Jahren rückte ein ganz anderes Thema in den Blickpunkt der New Yorker Bevölkerung, dessen Aktualität für das Romeo-Julia-Vorhaben viel besser geeignet zu sein schien: die Auseinandersetzungen rivalisierender Jugendgangs aus verschiedenen Einwanderergruppen.

Diese Idee gibt inhaltlich und musikalisch den entscheidenden Ausschlag und so erreichen die amerikanischen Einwanderungskonflikte durch die WEST SIDE STORY [1], mit der darin verhandelten Feindschaft zwischen den Jets, selbsternannten »Amerikanern«, und den Sharks, Immigranten aus Puerto Rico [2], die Theaterbühne. Die rebellische und junge Atmosphäre dieser Story durchzieht das ganze Stück und so setzte die Uraufführung 1957 [3] musikalisch, choreographisch und textlich Maßstäbe in der Zusammenführung von klassischen und modernen Elementen und spiegelt beispielhaft eine Gesellschaft wieder, die geprägt ist von vielfältigen kulturellen Strömungen.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist die städtische Situation des Fünfziger-Jahre-New Yorks eine globale geworden. Weltweit leben wir in Gesellschaften, deren Selbstverständnis durch das wechselnde Nebeneinander unterschiedlicher Werte und Kulturen immer wieder neu definiert werden muss. Auf die Hoffnungen und Enttäuschungen solcher Gemeinschaften, auf die Utopie, die durchaus in ihnen liegen kann, will die DT-Inszenierung der WEST SIDE STORY ihren Fokus legen.

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Photos by Isabel Winarsch

Director:
Mark Zurmühle
Musical director & arranger:
Albrecht Ziepert
Choreographer:
Ayman Harper
Stage designer:
Eleonore Bircher
Costume designer:
Ilka Kops
Dramaturg:
Winnie Karnofka
Choir director:
Annette Jahr

Orchestra:
Andreas Pompe, Anton Säckl, Daniel Zeinoun, Detlef Landeck, Evan Williams, Fabian Haller, Frank Scheller, Hannes Daerr, Henning Vater, Holger Philippsen, Iris Kazil-Borowski, Johannes Böhmer, Konstantions Argyropoulos, Lucile Chaubard, Malte Schiller, Martin Gerwig, Nils Alf, Olaf Pyras, Paulo Cedraz, Rolf Denecke, Roman Gmür, Sebastian Albert, Sebastian Klose, Stefan Rocke, Steffen Ramswig, Susanne Jablonski, Thomas Müller, Thomas Zander, Thorsten Drücker, Uwe Meile, Viktor Wolf, Vincent Hammel, Wieland Götze, Zoltán Kovács

Premiere:
24th of September 2011
Deutsches Theater in Göttingen