La Bohème

„An Träumen und Luftschlössern ist meine Seele Millionärin“, heißt es in Giacomo Puccinis Oper „La Bohème“ von 1896: Die an Träumen so reichen Künstlerfreunde leben ein Leben am Rande der Armut. So groß ihre Liebe zum Leben ist, so gefährlich ist die Realität, die irgendwann in Gestalt von Krankheit den Tod bringt.
Das Spannungsgeflecht von Selbstverwirklichung und Gesellschaft, Freiheit und Risiko hat sich in der Gegenwart nicht aufgelöst — ebenso wenig der Traum von einer Möglichkeit des Zusammenlebens jenseits der Normen.
Autorin Anne Jelena Schulte und Hausregisseurin Anna-Sophie Mahler haben sich in Leipzig auf die Suche gemacht nach Orten der Utopie und der Gemeinschaft. Gefunden haben sie in ihren Recherchen eine Gemeinschaft und einen Ort am Rand der gesellschaftlichen Wahrnehmung, einen Ort am Rand gesellschaftlicher Absicherung. Mit einer Freiheit, die wiederum nicht ohne Abgrund ist, und sehr fragil — von außen und von innen.
Auf Basis dieser Recherchen komponieren Anna-Sophie Mahler und Anne Jelena Schulte zusammen mit dem Komponisten Arno Waschk eine neue „Bohème“. Eine, die die Gegenwart im Blick hat und so die Oper und ihre Themen neu hinterfragt. Eine „Bohème“ der Gegenwart, die wenig mit den Kunstschaffenden der Feuilletons zu tun hat, aber viel mit unserer Gesellschaft.

Ein Musiktheaterprojekt von Anna-Sophie Mahler und Anne Jelena Schulte
La Bohème.

Regie:
Anna-Sophie Mahler
Text & Recherche:
Anna Jelena Schulte
Bühne:

Katrin Connan
Musikalische Leitung:
Arno Waschk

Sounddesign:
Albrecht Ziepert & Rafal Stachowiak
Dramaturgie:
Benjamin Große
Mit: Paulina Bittner, Julius Forster, Alina-Katharin Heipe, Patrick Isermeyer, Katharina Schmidt, Hubert Wild

Premiere
29.10.2021
Schauspiel Leipzig

www.schauspiel-leipzig.de

Stadt der Arbeit

„Kann es sein, dass euer Arbeitsmarkt scheiße ist?“ Gelsenkirchen, die Stadt der schlechten Statistiken. Die Stadt der Arbeitslosen, Frührentner, Durchs-Raster-Gefallenen. 15 Bürger*innen kämpfen sich durch die Schikanen eines fiktiven Arbeitshauses. Von Fallmanagern gegängelt, mit Mythen über Arbeitsmoral traktiert, von dem Phantom der Vollbeschäftigung erschlagen. Aber was bringen alle Maßnahmen, wenn es keine Arbeitsplätze gibt? Sie erhalten den Glauben, dass das Versagen auf dem Arbeitsmarkt persönlich und nicht politisch ist. 15 Menschen mit 15 Biografien aus Gelsenkirchen stellen der Regisseur Volker Lösch und der Autor Ulf Schmidt auf die Bühne des MiR. Zusammen mit der Kostüm- und Bühnenbildnerin Carola Reuther und dem Komponisten Michael Wilhelmi kreierten sie einen fantastischen Musiktheaterabend. Nach acht Wochen Vollzeit-Proben mit Profis vom Musiktheater ist das Ergebnis eine ehrliche Abrechnung mit den Zukunftsversprechungen der „Stadt der Arbeit“ und eine Offenbarung, wie sehr sich unsere Gesellschaft an ein Idealbild von Arbeit klammert, die es schon längst nicht mehr gibt.

Ein musiktheatralisches Projekt mit Gelsenkirchener Bürger*innen | Text: Ulf W. Schmidt

Regie:
Volker Lösch
Text:
Ulf Schmidt
Bühne & Kostüme:
Carola Reuther
Music Director:

Michael Wilhelmi
Sound design:
Albrecht Ziepert
Mit:

Eleonore Marguerre, Glenn Goltz, Gloria Iberl-Thieme, Sebastian Schiller
Chor:
Gönül Aktürk, Gerhard Cremer, Rüdiger Jagsteigt, Vera Krause, Sandra Kroll, Claus Laven, Aref Mahayni, Jacqueline Murenz, Rabea Mögle, Uwe Olschewski, Sabine Repkewitz-Salomon, Sylvia Schlomski-Hinze, Martina Siech, Karol Szafirowski, Hendrik Willems
Band:
Kristof Domotör, Kerstin Grötsch, Holger Hansen, Christoph Helm, Martin Hilner, Carsten Kittan, Michael Marciniak, Thomas Meise, Claudia Sautter, Johann Konrad Schuster, Michael Wilhelmi, Malte Winter

Premiere
8. Oktober 2021
Musiktheater im Revier

https://musiktheater-im-revier.de

Waldesruh

Der Topos vom Wald als Ort deutscher Romantik wurde über die letzten 200 Jahre unterschiedlichsten Umformungen ausgesetzt: Ob als Inbegriff romantischer Weltflucht, Spießigkeit, militaristischer Uniformität, Ökospiritualität oder Seismograph des Klimawandels – der Wald war und ist Projektionsfläche gesellschaftspolitischer Phänomene.

Regisseurin Anna-Sophie Mahler und ihr Team nehmen Recherchegespräche mit Spezialist*innen und Wissenschaftler*innen zum Ausgangspunkt für ihren zweiteiligen Musiktheaterabend, der einerseits zum Lernen und Erfahren einladen möchte, andererseits Perspektivwechsel herbeiführen wird: So werden sich romantische Chorliteratur und Waldlieder mit Zeltlageratmosphäre verbinden, erfährt das Publikum mehr über Pilzstrukturen und die Kommunikation der Bäume und verwandelt sich die kahle Tischlerei in einen imaginären Wald. Der Abend gipfelt in einer konzentrierten Aufführung von Morton Feldmans »Triadic Memories« – ein außergewöhnliches Stück für Klavier solo. 1981 entstanden, handelt es sich um ein Spätwerk von Feldman, das von extremer Reduktion, Klarheit und Offenheit lebt.

Anna-Sophie Mahler ist sowohl in der Oper als auch im Schauspiel zu Hause. Oftmals erarbeitet sie im Team Abende, die von Recherchematerial ausgehen und bekannte Bühnenstoffe mit den Biografien von »echten Menschen« konfrontieren.

Fotos: Thomas Aurin

Director:
Anna-Sophie Mahler
Dramaturgy:
Lars Gebhardt, Falk Rößler

Stage design:
Sophie Krater
Video design:
Georg  Lendorff
Komposition:
Michael Wilhelmi

Sound director:
Albrecht Ziepert

Singer/Performer/Musician:

Rebecca Pedersen, Philipp Jekal, Thomas Douglas, Falk Rößler, Michael Wilhelmi, Stefan Wirth, Jugendchor der Deutschen Oper Berlin 

Premiere
2th of October 2020
Deutsche Oper Berlin

www.deutscheoperberlin.de

Grenz.land

eine audiovisuelle Installation und multimediales Tanzstück im öffentlichen Raum

Grenzen haben Konjunktur. Seit sich Deutschland mit einer steigenden Zahl von Schutzsuchenden konfrontiert sieht, gibt es Tendenzen, sich immer mehr abzuschotten. Das Stück GRENZ.LAND nimmt diese Entwicklung zum Ausgangspunkt, um sich mit dem Phänomen der Grenze in unserer heutigen Gesellschaft zu beschäftigen – nicht nur als geografische Trennung zwischen Nationalstaaten, sondern auch innerhalb Deutschlands. Im Mittelpunkt stehen dabei Aspekte wie Zugehörigkeit und Ausschluss sowie die Frage mit welchen Grenzen sich „Zugezogene“ konfrontiert sehen. In Mecklenburg Vorpommern gibt es viele „Zugezogene“, einige von ihnen sind es vielleicht erst vor kurzem, andere schon vor Jahrzehnten, manche vor Generationen. Im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern dieser Region entsteht dieses multimediale Tanzstück, begleitet von Kunst- und Videoinstallationen im öffentlichen Raum.

Fotos: Peter van Heesen

Ein Projekt von VORPOMMERN TANZT AN – movin’ bröllin gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, dem Vorpommern-Fonds und unterstützt durch die Hansestadt Stralsund. Das Tanzstück GRENZ.LAND wird unterstützt vom Arts Council Korea.

Choreographie:
Yamila Khodr & Moonsuk Choi (12H Dance)
Tanz:
Yamila Khodr, Moonsuk Choi, Charlie Prince

Visuals/Stage Design:
Erato Tzavara
Objekte:
Anneli Ketterer (KunstAcker/Decrustate)
Sound Design
:

Albrecht Ziepert
Produktionsleitung:
Jones Seitz – gefährliche arbeit

Showing:
1. August 2020
Schloss Bröllin

Premiere:
7. August 2020
Vorplatz Landesmuseum, Greifswald 

www.12hdance.com

Lalka

 

Die traditionellen Werte sind aufgebraucht, der Positivismus hat sich als Utopie erwiesen, der Modernismus hat seine Werkzeuge noch nicht entwickelt. Unter diesen Umständen versuchen die Menschen, ihre Ziele um jeden Preis zu erreichen. Diese Tätigkeit basiert jedoch nicht auf der Reinheit von Absichten und menschlichen Leidenschaften, sondern ist eher wie ein Streit mit einem Verrückten. Hier regiert weder Geld noch Liebe die Welt. Alle Aktionen scheinen einige Illusionen zu unterstützen. Sogar der Staat ist rein illusorisch. Was ist die Illusion? Warum ist es so wertvoll? Warum begehrt sie jeder so sehr, obwohl dieser Wunsch völlig schwächt? Ist dieses phantasmatische Objekt des Verlangens kein süßes Versprechen, Macht zu haben? Kraft, die über die Welt der Werte und zwischenmenschlichen Beziehungen hinausgeht. Autorität, die ihre Stärke aus Täuschung schöpft? Ist nicht das mythische “Metall leichter als Luft”?

Photos by Michał Ramus

Director:
Wojtek Klemm
Dramaturg:
Tomasz Cymerman
Stage design:
Magdalena Gut
Costume design:
Julia Kornacka
Music:
Albrecht Ziepert

Premiere:
17th of May 2019
Teatr im. J. Słowackiego w Krakowie

https://teatrwkrakowie.pl