Die Rache der Fledermaus

Vom Menschen domestiziert, verraten und zurückgestoßen, verlässt der Wassergeist Undine den Menschen und seine Welt. Undine geht zurück ins Wasser. Von dort aus rechnet sie ab und lässt Wellen und Fluten gegen die Erde und deren alte Ordnungsprinzipien anrollen. Dabei bleibt sie unberechenbar und taucht in unterschiedlichste Gestalten wieder auf: als Sirene, Wassergeist oder Nixe. Erzählungen, Opernstoffe und große Orchesterwerke tragen ihren Namen.

Mythen von Undinen und Meerjungfrauen spiegeln die Sehnsüchte des Menschen, mit der Natur und dem Wasser in Einklang zu leben. Doch das Wasser lässt sich nur bedingt bändigen, es bahnt sich seinen Weg.

Hausregisseurin Anna-Sophie Mahler und ihr Team begaben sich auf eine Recherchereise in Leipzigs Kanäle, Schleusen, Sümpfe und Auenwälder. Was sie beim Freilegen ihrer Undine fanden und musikalisch und theatral auf die Bühne bringen, ist die Erinnerung an das ungestüme Wasserwesen, die hybride Wasserfrau Undine.
Der Mythos schreibt sich fort, indem aktuelle und lokale Fragen der Umwelttechnik sowie der Cyborgisierung in seine Inszenierung aufgenommen werden. Wie steht es in unserer durchtechnisierten Umwelt um das Verhältnis zur Natur? Kann ein Zusammenspiel in Zukunft überhaupt noch gelingen?

Ein Musiktheaterprojekt von Anna-Sophie Mahler.Nach einem rauschhaften Maskenball, einem Karneval der Tiere, lässt einer seinen Freund im Fledermauskostüm schlafend draußen zurück und gibt ihn dem Gelächter der Frühaufsteher preis. Der Gedemütigte sinnt auf Rache, die auf dem noch fulminanteren Fest des Prinzen Orlowsky ihren Lauf nimmt. So in der Operette der Operetten des ebenso walzerseligen wie musikalisch hintergründigen Komponisten Johann Strauß.
Der Autor Thomas Köck, sprachmächtiger Experte für Gegenwartserkundung und Zukunftsforschung hat einen Zwischenruf, eine Art Abgesang der aussterbenden Arten geschrieben: „und alle tiere rufen: dieser titel rettet die welt auch nicht mehr“. Neben der Weißfußkaninchenratte, der Zwergameise und über hundert weiteren Arten spricht auch die Wimpernfledermaus. „Eine Erinnerung an die Zukunft, die wir nie erreichen werden“ – weil wider besseren Wissens und die Warnungen des Weltklimarats überhörend, immer noch viel leichter das berühmte „Weiter so!“ gewinnt.
Wie weit sind wir eigentlich vom Abgrund entfernt? Gibt es ein richtiges Leben im falschen? Es ist ein Singen und Tanzen auf dem Vulkan. Oder besser: auf unserer Erde, die existenziell bedroht ist, wenn wir Menschen nicht fähig sind, angemessen zu handeln. „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist…“ war schon immer eine verführerisch ungute Losung. In Zeiten wie diesen ist das Postulat der Unveränderbarkeit eine Bankrotterklärung aus Bequemlichkeit, die die Operette in ein Requiem für unseren Planeten kippen lässt.

Theater- und Opernregisseurin Anna-Sophie Mahler, die Dörte Hansens „Mittagsstunde“ auf die Bühne des Thalia gebracht hat, wird sich musikalisch-theatral der „Fledermaus“ nähern, deren betörend schöne Musik ein bitterböses Desaster begleitet.

Regie:
Anna-Sophie Mahler
Bühne:
Katrin Connan
Musikalische Leitung:
Michael Wilhelmi
Sounddesign:

Albrecht Ziepert

Premiere

24.12.2022
Thalia Theater Hamburg

www.thalia-theater.de

 

Hamlet

»Der Rest ist Schweigen« lauten Hamlets letzte Worte. Dass hinter dieser Stille allerdings so Einiges steckt – Wut, Verzweiflung, große, noch offene Konflikte und unzählige, unsagbare Worte – dürften die Zuschauer_ innen einer jeden hamlet-Inszenierung spüren. Auch die Tanzversion der hamlet-Trilogie konzentriert sich auf die unausgetragenen Auseinandersetzungen und Emotionen, die Worte nur annähernd beschreiben können und offenbart eine besonders intensive Seite des Shakespeare Klassikers: Hamlets Trauer und Rachedurst, Ophelias Wahn und Claudius’ Machtgier berühren durch die dynamischen, berauschenden Bewegungen noch eindringlicher.

Diesen unterschiedlichen Facetten der Figuren widmet sich die Choreografin Yamila Khodr in Zusammenarbeit mit dem Künstler_innenkollektiv 12H Dance, mit dem sie u. a. die multimediale, dokumentarische Performance grenzland verwirklichte. Die in Argentinien geborene Künstlerin arbeitete als Tänzerin und Choreografin bereits am Saarländischen Staatstheater und international in und mit zahlreichen Kompanien. Sie versteht den zeitgenössischen Tanz als eine Kunstform, durch die es möglich ist, sich den zwischenmenschlichen Differenzen und Verschiedenheiten zu stellen, sie zu wertschätzen und nach Verbundenheiten zu suchen. In diesem hamlet-Tanzabend zeigt sie das Unaussprechliche, die Wucht hinter dem Schweigen.

Tanztheater von Yamila Khodr
in Zusammenarbeit mit dem 12H Dance Collective
nach der gleichnamigen Tragödie von William Shakespeare

Choreography:
Yamila Khodr (12H Dance)
Dance:
Antonio Carta, Sami Similä, David Pallant, Camille Jackson, Maria Pasadaki
Stage & costume design:
Anna Siegrot

Composition:

Albrecht Ziepert

Premiere:
18.09.2022
www.tfn-online.de

Die nicht geregnet werden

Schwimmbadbetreiberin Berit bekommt nach behobenem Defekt keinen Zugang zu neuem Wasser, um das Becken wieder aufzufüllen – jedenfalls nicht für den Preis von früher. Erst hält sie es für eine Schikane, doch als die Wasserhähne der ganzen Stadt streiken, wird ihr das Ausmass der Trockenheit bedrohlich bewusst.
Maria Ursprung schrieb dieses Stück als Auftragswerk im Rahmen des Stück Labors für das Theater St.Gallen. Sie zeichnet eine Welt, in der die Figuren die Kontrolle über ihren Alltag verlieren, indem sie ihnen die natürlichste und elementarste Ressource entzieht. Wasserhandel gilt als unmoralisch, weil Wasser Leben bedeutet. Aber gibt nicht erst diese Voraussetzung den Antrieb, für etwas Unersetzbares einen entsprechenden Preis zu verlangen? Sie stellt dabei die Frage, ob Menschen anfangen, Wasser als endlich zu betrachten und zu sparen, wenn es seinen Preis hat – spürt man es in der Geldbörse, wird es wertvoll? Muss man es sich verdienen, einen Tropfen abzubekommen?

Text:
Maria Ursprung
Director:
Marie Bues, Jonas Knecht
Dramaturg:
Armin Breidenbach
Stage & costume design:
Indra Nauck
Music:
Albrecht Ziepert

Premiere:
1th of June 2022
Theater St. Gallen

www.theatersg.ch

Undine (UA)

Vom Menschen domestiziert, verraten und zurückgestoßen, verlässt der Wassergeist Undine den Menschen und seine Welt. Undine geht zurück ins Wasser. Von dort aus rechnet sie ab und lässt Wellen und Fluten gegen die Erde und deren alte Ordnungsprinzipien anrollen. Dabei bleibt sie unberechenbar und taucht in unterschiedlichste Gestalten wieder auf: als Sirene, Wassergeist oder Nixe. Erzählungen, Opernstoffe und große Orchesterwerke tragen ihren Namen.

Mythen von Undinen und Meerjungfrauen spiegeln die Sehnsüchte des Menschen, mit der Natur und dem Wasser in Einklang zu leben. Doch das Wasser lässt sich nur bedingt bändigen, es bahnt sich seinen Weg.

Hausregisseurin Anna-Sophie Mahler und ihr Team begaben sich auf eine Recherchereise in Leipzigs Kanäle, Schleusen, Sümpfe und Auenwälder. Was sie beim Freilegen ihrer Undine fanden und musikalisch und theatral auf die Bühne bringen, ist die Erinnerung an das ungestüme Wasserwesen, die hybride Wasserfrau Undine.
Der Mythos schreibt sich fort, indem aktuelle und lokale Fragen der Umwelttechnik sowie der Cyborgisierung in seine Inszenierung aufgenommen werden. Wie steht es in unserer durchtechnisierten Umwelt um das Verhältnis zur Natur? Kann ein Zusammenspiel in Zukunft überhaupt noch gelingen?

Ein Musiktheaterprojekt von Anna-Sophie Mahler.

 

Regie:
Anna-Sophie Mahler
Text- und Konzeptmitarbeit::
Kathrin Weser
Bühne:
Katrin Connan
Dramaturgie:
Benjamin Große

Klavier:
Michael Wilhelmi
Ondes Martenot:
Ondes Martenot
Chor:
Franziska Kuba, Vocalconsort Leipzig
Sounddesign:
Albrecht Ziepert & Rafal Stachowiak
Ensemble: Sonja Isemer, Julia Preuß

Premiere

26.03.2022
Schauspiel Leipzig

www.schauspiel-leipzig.de

 

Don Carlos

Am spanischen Hof regiert Philipp II. mit absoluter Macht. Überall in seinem weltumspannenden Reich brechen Konflikte auf. Freiheitsbewegungen haben großen Zulauf und werden gnadenlos und blutig niedergeschlagen. Don Carlos, Philipps Sohn, steht den Freiheitsgedanken positiv gegenüber und sieht die Notwendigkeit zu politischer Veränderung. Bestärkt und angetrieben wird er dabei von seinem engsten Freund, dem charismatischen Freigeist Marquis von Posa. Don Carlos, der um die Anerkennung seines Vaters ringt, bittet Philipp, dass er ihn, und nicht den für seine Grausamkeit bekannten Herzog von Alba, zum Statthalter der aufständischen Provinz Flandern macht. Als Philipp das ablehnt, eskaliert der Konflikt zwischen Vater und Sohn. Philipp hat zudem aus machtpolitischem Kalkül Elisabeth von Valois geheiratet, die ehemalige Verlobte und große Liebe von Carlos.

 

Director:
Mona Kraushaar
Stage design:
Katrin Kersten
Costume design:
Nini von Selzam
Music:
Albrecht Ziepert
Ensemble:
Enzo Brumm, Ralf Drexler, Sebastian Egger, Hannes Hellmann, Frank Röder, Anne Rohde, Daniel Schütter, Martin Seifert, Karla Sengteller

Premiere:
17th of March 2022
Ernst Deutsch Theater

www.ernst-deutsch-theater.de

 

La Bohème (UA)

„An Träumen und Luftschlössern ist meine Seele Millionärin“, heißt es in Giacomo Puccinis Oper „La Bohème“ von 1896: Die an Träumen so reichen Künstlerfreunde leben ein Leben am Rande der Armut. So groß ihre Liebe zum Leben ist, so gefährlich ist die Realität, die irgendwann in Gestalt von Krankheit den Tod bringt.
Das Spannungsgeflecht von Selbstverwirklichung und Gesellschaft, Freiheit und Risiko hat sich in der Gegenwart nicht aufgelöst — ebenso wenig der Traum von einer Möglichkeit des Zusammenlebens jenseits der Normen.
Autorin Anne Jelena Schulte und Hausregisseurin Anna-Sophie Mahler haben sich in Leipzig auf die Suche gemacht nach Orten der Utopie und der Gemeinschaft. Gefunden haben sie in ihren Recherchen eine Gemeinschaft und einen Ort am Rand der gesellschaftlichen Wahrnehmung, einen Ort am Rand gesellschaftlicher Absicherung. Mit einer Freiheit, die wiederum nicht ohne Abgrund ist, und sehr fragil — von außen und von innen.
Auf Basis dieser Recherchen komponieren Anna-Sophie Mahler und Anne Jelena Schulte zusammen mit dem Komponisten Arno Waschk eine neue „Bohème“. Eine, die die Gegenwart im Blick hat und so die Oper und ihre Themen neu hinterfragt. Eine „Bohème“ der Gegenwart, die wenig mit den Kunstschaffenden der Feuilletons zu tun hat, aber viel mit unserer Gesellschaft.

Ein Musiktheaterprojekt von Anna-Sophie Mahler und Anne Jelena Schulte
La Bohème.

Regie:
Anna-Sophie Mahler
Text & Recherche:
Anna Jelena Schulte
Bühne:

Katrin Connan
Musikalische Leitung:
Arno Waschk

Sounddesign:
Albrecht Ziepert & Rafal Stachowiak
Dramaturgie:
Benjamin Große
Mit: Paulina Bittner, Julius Forster, Alina-Katharin Heipe, Patrick Isermeyer, Katharina Schmidt, Hubert Wild

Premiere
29.10.2021
Schauspiel Leipzig

www.schauspiel-leipzig.de

Stadt der Arbeit (UA)

„Kann es sein, dass euer Arbeitsmarkt scheiße ist?“ Gelsenkirchen, die Stadt der schlechten Statistiken. Die Stadt der Arbeitslosen, Frührentner, Durchs-Raster-Gefallenen. 15 Bürger*innen kämpfen sich durch die Schikanen eines fiktiven Arbeitshauses. Von Fallmanagern gegängelt, mit Mythen über Arbeitsmoral traktiert, von dem Phantom der Vollbeschäftigung erschlagen. Aber was bringen alle Maßnahmen, wenn es keine Arbeitsplätze gibt? Sie erhalten den Glauben, dass das Versagen auf dem Arbeitsmarkt persönlich und nicht politisch ist. 15 Menschen mit 15 Biografien aus Gelsenkirchen stellen der Regisseur Volker Lösch und der Autor Ulf Schmidt auf die Bühne des MiR. Zusammen mit der Kostüm- und Bühnenbildnerin Carola Reuther und dem Komponisten Michael Wilhelmi kreierten sie einen fantastischen Musiktheaterabend. Nach acht Wochen Vollzeit-Proben mit Profis vom Musiktheater ist das Ergebnis eine ehrliche Abrechnung mit den Zukunftsversprechungen der „Stadt der Arbeit“ und eine Offenbarung, wie sehr sich unsere Gesellschaft an ein Idealbild von Arbeit klammert, die es schon längst nicht mehr gibt.

Ein musiktheatralisches Projekt mit Gelsenkirchener Bürger*innen | Text: Ulf W. Schmidt

Regie:
Volker Lösch
Text:
Ulf Schmidt
Bühne & Kostüme:
Carola Reuther
Music Director:

Michael Wilhelmi
Sound design:
Albrecht Ziepert
Mit:

Eleonore Marguerre, Glenn Goltz, Gloria Iberl-Thieme, Sebastian Schiller
Chor:
Gönül Aktürk, Gerhard Cremer, Rüdiger Jagsteigt, Vera Krause, Sandra Kroll, Claus Laven, Aref Mahayni, Jacqueline Murenz, Rabea Mögle, Uwe Olschewski, Sabine Repkewitz-Salomon, Sylvia Schlomski-Hinze, Martina Siech, Karol Szafirowski, Hendrik Willems
Band:
Kristof Domotör, Kerstin Grötsch, Holger Hansen, Christoph Helm, Martin Hilner, Carsten Kittan, Michael Marciniak, Thomas Meise, Claudia Sautter, Johann Konrad Schuster, Michael Wilhelmi, Malte Winter

Premiere
8. Oktober 2021
Musiktheater im Revier

https://musiktheater-im-revier.de

Città irreale

Ein theatraler Audiowalk des Theater St.Gallen in der Kunstzone der Lokremise.

Prekäre Privatsituationen, enttäuschte Hoffnungen, geschlossene Vorhänge, Quarantäne, Desaster auf den Intensivstationen dieser Welt, Verschwörungstheorien, Gendergap, klaffende soziale Unterschiede, Revolte, Ausnahmezustände, machtpolitische Verschiebungen
… Die Gesichter hinter Masken und die Körper auf Distanz – der potentielle Feind in Form von sprungbereiten Viren im Anderen … was, wenn wir uns daran gewöhnen? Oder im Gegenteil: was wäre, wenn uns dieser jammerhafte Zustand solidarischer, bewusster, liebevoller werden liesse? Wie wird sich das Zusammenleben auf diesem Planeten verändern?

Zum wiederholten Mal stellt die Corona-Pandemie unsere Gesellschaft weltweit vor ungeheuere Herausforderungen. Die gesundheitlichen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Auswirkungen werden uns noch lange beschäftigen. Zugleich müssen wir als Kulturschaffende neue Formen finden, die dem social distancing gerecht werden, aber auch unserem Auftrag, gesellschaftliche Prozesse aktiv zu begleiten.
So entstand der Gedanke zu einer ungewöhnlichen, spartenübergreifenden Koproduktion des Schauspielensembles mit dem Kunstmuseum Sankt Gallen. In der Ausstellung Città irreale werden raumgreifende und skulpturale Arbeiten aus den Beständen des Kunstmuseums zu sehen sein, die zum Teil begehbar sind und sich auf einen sozialen Kontext beziehen. In dem gleichnamigen Audiowalk können Besucher*innen der Ausstellung über Kopfhörer erleben, wie diese Landschaft vergangener Utopien und Dystopien zu neuem, fiktivem Leben erwacht. Die Kunst-Objekte werden zu Reflexionsräumen einer Città Irreale, einer Stadt, die es nicht gibt, aber geben könnte.

Regie:
Anja Horst, Jonas Knecht
Text:
Maria Ursprung, Julie Paucker
Skulpturen:
Nina Beier, Christoph Büchel, Bob Gramsma, Alex Hanimann, Sara Masüger, Jessica Stockholder
Musik/Sound design:
Albrecht Ziepert
Mit:
Birgit Bücker, Pascale Pfeuti, Tobias Graupner, Christian Hettkamp, Frederik Rauscher, Fabian Müller, Anna Blumer

Premiere
06. März 2021
Kunstmuseum St. Gallen

www.theatersg.ch
www.kunstmuseumsg.ch

Die lächerliche Finsternis

Hörspiel von Wolfram Lotz

Ein somalischer Pirat bittet vor dem Hamburger Landgericht um Verständnis für seinen Überfall auf das Frachtschiff MS Taipan und beklagt den Verlust seines Freundes Tofdau. Hauptfeldwebel Pellner und der Gefreite Dorsch fahren mit einem Patrouillenboot hinein in die Regenwälder Afghanistans. Ihr Auftrag: Liquidierung eines durchgedrehten Oberstleutnants. Die Reise führt immer tiefer in eine wirr wuchernde Welt, in der koloniale Geschichte und neokolonialistische Realitäten untrennbar miteinander verbunden sind. Immer weiter entfernen sie sich von der sogenannten Zivilisation, hinein in die Wildnis und Dunkelheit. Als der ertrunkene Pirat Tofdau unerwartet in die Geschichte zurückkehrt und in der Finsternis um Hilfe fleht, wird er von Hauptfeldwebel Pellner erschossen. Denn in dieser Erzählung ist kein Platz mehr für einen Fremden.
Skurril und filigran, ironisch und zugleich unendlich traurig beschreibt Wolfram Lotz in seinem Hörspiel Die lächerliche Finsternis unsere Unfähigkeit, das Fremde wirklich verstehen zu können: Das Grauen eines weit entfernten Kriegs, eine andere Kultur, einen anderen Menschen und zuletzt sogar sich selbst.

Director:
Jonas Knecht
Dramaturg:
Anja Horst
Stage design:
Markus Karner
Music:
Nico Feer, Andi Peter
Sound Design:
Albrecht Ziepert

Premiere:
9th of December 2020
Theater St. Gallen

www.theatersg.ch

Biedermann und die Brandstifter

„Biedermann und die Brandstifter“ – uraufgeführt 1958 am Schauspielhaus Zürich – ist eine Parabel mit starker politischer Sprengkraft. Max Frisch nimmt darin das brave, gehorsame Bürgertum ins Visier, Gutmenschen, die blind zu Meinungsmacher*innen und im Handumdrehen zu Mitläufer*innen politischer Ideologien werden können. Ein literarisches Mahnmal. Regisseurin Mona Kraushaar sucht mit Blick auf Covid-19 nicht nur eine spannende Ästhetik für diesen Text, sondern klopft ihn mit Humor auf seine brisante Aktualität ab.

Fotos: Cordula Treml

Director:
Mona Kraushaar
Dramaturg:
Ina Tartler
Stage & costume design:

Katrin Kersten
Music:
Albrecht Ziepert

Premiere
17th of October 2020
Theater Bozen

www.theater-bozen.it