Hulla Di Bulla

Regie: Wojtek Klemm
Musik & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Theater Neumarkt Zürich, 2018
Sparte: Schauspiel

«Regisseur Wojtek Klemm und das grossartige Ensemble spielen ein herrlich komisches Verwirrspiel. ‹Hulla di Bulla› ist eine comedy of errors im besten Sinn.» SRF2 Kultur kompakt

«Wojtek Klemm als Regisseur und Ralf Fiedler als Dramaturg greifen in die Vollen: Sie setzen auf choreografischen Klamauk und auf die Beats des Pentatones-Musikers Albrecht Ziepert. … Die Zwanziger-Jahre-Komödie wird in Zürich zum Stück der Stunde. … Herrliche Hysterie. ‹Hulla di Bulla› ist nicht weniger als eine Satire auf ein von Zeit, Ort, Herkunft und von Geschlecht unabhängiges Gesellschaftsphänomen – auf unsere Korrumpierbarkeit. … Das Neumarkt hat Darsteller auf der Bühne, die für jeden Witz durchs Feuer gehen. Mag der Rauch manchmal auch heisser als das Feuer sein, das hier ist die Inszenierung zum Jahresuntergang.» NZZ

Albrecht Ziepert, Mitbegründer und Pianist der Elektro-Band «Pentatones» hat die Musik für den Abend geschrieben – lyrics by dictators, von Hitler bis Mao.

 

Die Orestie

Regie: Wojtek Klemm
Musik & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Staatstheater Augsburg, 2018
Sparte: Schauspiel



»Wojtek Klemm ist nicht gerade unverblümt in seiner Aussage, und er gelangt zu dieser mit einer Inszenierung, die erst einmal mit Energie und Rasanz verblüfft. Alle sind hier Chor, und aus der Masse treten heraus alle Protagonisten der antiken Mordgeschichte. (…) Sie rasen durch die Geschichte, die man letztlich ja kennt; die Chorpassagen sind allesamt großartig, sie bersten schier vor Spielwitz.« Süddeutsche Zeitung

»Dass eine auf Effizienz getrimmte Konfliktmoderation den Kontinent Europa behäbig gemacht, seine Frontlinien verdeckt, nicht aber verwischt hat, gehört zu den starken Gedanken dieses Abends.« Theater heute

»Ein Räderwerk von Opfern und Tätern. Das besitzt Dichte, Intensität, ein hohes Rhythmus-Gefühl bei rascher Beschleunigung – und enorme Suggestion. Text (nach Walter Jens), physischer Einsatz und die oft zynische musikalische Unterlegung (vollkommen konsonantes Schlaflied zum Opfertod Iphigenies, „Freude schöner Götterfunken“ zum finalen winkeladvokatischen Gerichtsfreispruch) machen aus dem vor allen von Wojtek Klemm (Inszenierung) und Efrat Stempler (Körperarbeit) verantworteten Abend ein beziehungsreiches Gesamtkunstwerk.« Augsburger Allgemeine

»Die wuchtige Bühnenpräsenz entsteht durch die Ensembleleistung, durch die Kraft der durchchoreografierten Spannung. Denn der Regisseur lässt sich bei seinen Inszenierungen von seiner Frau unterstützen, der Bewegungsspezialistin Efrat Stempler. Das erspart dröge Monologe und macht die Aktion zu einem lustvollen, körperbetonten Spektakel (…)« DAZ

»Regisseur Wojtek Klemm schuf keine blutrünstige Inszenierung. Er versuchte weitgehend erfolgreich, die antike Tragödie mit modernen Mitteln darzustellen. (…) Wie jeder Richter im abschließenden Prozess sein eigenes Urteil spricht, sind die Besucher*innen ermuntert, sich ihre je individuelle Meinung zu Stück und Inszenierung zu bilden. Starker Applaus zum Schluss.« a3kultur


Fotos: Jan Pieter Fuhr

 

Truth Box

Regie: Wojtek Klemm
Musik & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Dock11 Berlin, 2018
Sparte: Cirque Niveau


«Was Wojtek Klemm hier versucht, ist ziemlich viel … Klemm sucht den Zugang im Stil gelungener Nouveau-Cirque-Werke wie etwa Yoann Bourgeois’ „Celui qui tombe“ über das Parabelhafte (…)» taz. die tageszeitung 17.12.2018

Die Tunesische Autorin Meriam Bousselmi schuf mit ihrer Textsammlung Truth Box eine Art literarischen Beichtstuhl. Geheimnisse, Ungesagtes, Direktes, Versponnenes vermischen sich in diesem Raum zu einer großen Narration.

Johanna Lemke, Tabea Schrenk und Sasha Krohn stellen sich diesen Biographien. Was ist in der kollektiven Erinnerung verankert, was sind meine eigenen Erinnerungen. Ein Abend für zwei Körper, ein Cello und Aerials.

 

1968

Regie: Leonie Böhm, Collectif Catastrophe, Gintersdorfer-Klassen, Henrike Iglesias, Wojtek Klemm, Anna-Sophie Mahler, Alberto Villareal
Musik & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Kammerspiele München, 2018
Sparte: Schauspiel/Performance

An den Münchner Kammerspielen sammelten 1968 SchauspielerInnen im Rahmen von Peter Steins Inszenierung des Peter Weiss-Stücks „Viet Nam Diskurs“ Geld für Waffenspenden für den Viet Cong, was einen Skandal und die baldige Absetzung der Inszenierung durch den Intendanten August Everding zur Folge hatte. 50 Jahre später laden die Kammerspiele Künstler- Innen ein, sich aus gegenwärtiger und subjektiver Perspektive mit Themen und Fragestellungen der bewegten Zeit um 1968 auseinanderzusetzen. Das Architektenbüro RAUMLABOR BERLIN, vor zwei Jahren bereits einmal mit den „Shabbyshabby Apartments“ in München in Erscheinung getreten, wird die Kammer 1 in einen offenen Raum verwandeln, den die eingeladenen Gruppen und RegisseurInnen mit je 15-minütigen Kurzinszenierungen besetzen: die Regisseurin LEONIE BÖHM denkt die Spendensammlung am Ort des Geschehens neu; das Künstler*innenkollektiv HENRIKE IGLESIAS befragt die sexuelle Revolution aus Perspektive der Frauen; der Regisseur ALBERTO VILLAREAL findet die Stunde Null in den Olympischen Spielen in Mexiko; die deutsch-ivorische Gruppe GINTERSDORFER / KLASSEN reaktiviert die aufrührerische Kraft in Frantz Fanons „Die Verdammten dieser Erde“; ANNA-SOPHIE MAHLER nimmt die Filme Alexander Kluges als Ausgangspunkt einer musikalischen Recherche in ihre Familien-geschichte hinein; ELFRIEDE JELINEK ist auf Video bei einer reinszenierten Aktion zu sehen; der polnische Regisseur WOJTEK KLEMM bildorchestriert Dokumente des Widerstands und das junge französische COLLECTIF CATASTROPHE erschafft eine Maschine der Fantasie – so wird am Ende aus vielen unterschiedlichen Beiträgen eine aus der Vergangenheit in die Gegenwart und Zukunft schauende Inszenierung entstehen, die das umstrittene Erbe von 1968 ernst nimmt. Eine Theateraktion, ein Wagnis, ein Experiment, von und mit allen, die Kraft ihrer Kunst die Welt gestalten wollen. Wenn AfD-Vorstand Jörg Meuthen fordert, man müsse „weg vom linken rotgrün verseuchten, leicht versifften 68er-Deutschland“, erwidern die Kammerspiele mit Jean-Paul Sartre: „DIE FANTASIE AN DIE MACHT“. NOW.


Fotos: Julian Baumann

Tigermilch

Regie: Wojtek Klemm
Musik & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Deutsches Theater Berlin, 2018
Sparte: Schauspiel

Die Freundinnen Nini und Jameelah sind unzertrennlich, unbesiegbar und zum ersten Mal verliebt. Der Ernst des Lebens ist ganz weit weg oder wird ignoriert, wie Jameelas drohende Abschiebung. Denn es ist Sommer, Ferienbeginn. Alles ist möglich. Berlin ist Spielplatz und Experimentierfeld. Mit rücksichtsloser Leichtigkeit streifen die zwei 14-jährigen durch die Stadt, klauen bei Pimkie, knutschen im Freibad. Auf dem Schulklo wird der Lieblingscocktail „Tigermilch“ aus Milch, Mariacron und Maracujasaft im Müllermilchbecher gemixt. Dann geht’s mit Ringelstrümpfen ausgerüstet „auf die Kurfürsten“, um an Männern zu üben wie an Fröschen. Das Projekt heißt „Entjungferung“, geübt wird, damit es nicht weh tut, wenn es mal ernst wird. Die pubertäre Dauerparty gleicht einem Tanz am Abgrund und endet abrupt im echten Leben, als beide nachts auf ihrem Kinderspielplatz Zeuginnen eines Mordes werden. Und als der Falsche die Schuld auf sich nimmt, steht plötzlich alles auf dem Spiel – Aufenthaltsgenehmigung, Unschuld, Freundschaft.

Foto: Arno Declair

2121

Regie & Choreographie: Martin Stiefermann
Musik & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Saarländisches Staatstheater Saarbrücken, 2017
Sparte: Theatrale Installation

eine installative Science-Fiction-Performance der MS Schrittmacher in Koproduktion mit dem Saarländischen Staatstheater im Rahmen des zweijährigen Rechercheprojekts “Quo vadis, bellum?”, gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes

Wie sieht eine Zukunft aus, vor der die Menschen durch die Zeit in unsere Gegenwart fliehen? Wie leben diese Menschen in hundert Jahren? Was sind ihre Werte? Um was streiten sie, wie bekriegen sich und auf welche Weise finden sie zusammen?

In 2121 wird das Publikum im Garellyhaus zum Besucher einer Flüchtlingsunterkunft für unsere Nachkommen aus der Zukunft. Ausgestattet mit den wichtigsten Informationen über die Zeitflüchtlinge bewegen sich die Zuschauer*innen frei in der Unterkunft und machen sich ein Bild von unseren Nachkommen, ihrer Situation, ihren Anliegen, Problemen und ihrer Herkunftszeit.

Fantastisch, trashig, berührend und ernsthaft erzählen Schauspieler*innen und Tänzer*innen mit Sprache und Bewegung von einer anderen Welt, die uns trotzdem angeht. Begehbare Bilder wechseln mit Spielszenen und Videosequenzen und offenbaren im hautnahen Kontakt zum Publikum die intime Geschichte einer möglichen Zukunft. Der hundertjährige Weg dorthin ist dabei genauso Thema wie die aktuellen Konflikte der futuristischen Bewohner und die Bedrohungen in ihrer Welt. Frei in ihren Entscheidungen wählen die Zuschauer*innen selbst, mit welchen Aspekten einer aus den Fugen geratenen Nachwelt sie sich wie intensiv auseinandersetzen wollen. Ein Science Fiction der im Kopf der Zuschauer*innen entsteht und auf diese Weise auch die Frage nach unserem Handeln heute stellt.

Photos and Videos by Andreas J. Etter

Eine Familie

Regie: Wojtek Klemm
Musik & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Theater St. Gallen, 2017
Sparte: Schauspiel

Für Beverly Weston, einen pensionierten Hochschulprofessor, wird es zunehmend mühsamer, die amerikanische Normalität einer glücklichen Familie aufrechtzuerhalten. Frustriert ertränkt er seinen quälenden Alltag im Alkohol. Als er plötzlich verschwindet, trommelt seine krebskranke, tablettensüchtige Ehefrau Violet die gesamte Familie zusammen. Nicht lange, und das Zusammentreffen gerät zur Schlammschlacht, in der Lebenslügen kollabieren und Geheimnisse platzen.
2008 erhielt Letts für sein Stück, das erkennbar von Grössen wie Tennessee Williams oder Eugene O’Neill beeinflusst ist, unter anderem den Pulitzer- Preis. Eine Familie ist ein fesselnder Psychokrieg der Generationen, der sich stets zwischen Tragik und beklemmender Komik bewegt.

Photos by Iko Freese

 

Bakchen

Regie: Mark Zurmühle
Musik & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Theater Konstanz, 2017
Sparte: Schauspiel

Mit wenigen Handgriffen schälen Autor Schrott und Regisseur Zurmühle aus dem klassischen Stoff die aktuelle Tragödie hervor. […] Dass diese raffiniert durchdachte Inszenierung zum großen Theater gerät, verdankt sich dem darstellerischen Niveau. Es ist eindrucksvoll, wie Peter Posniak mit dionysischem Charme sein Publikum umgarnt, großartig, wie Georg Melich die Verunsicherung zur Geltung bringt und eine Freude, Arlen Konietz’ Pentheus beim Abwehrkampf gegen die neue Ideologie zu beobachten. Herausragend aber an diesem so wunderbar berührenden Abend ist eine Figur, deren Interpretation sich jeder Beschreibung entzieht. Wenn Sylvana Schneider als Agaue, Mörder ihres Sohnes Pentheus, dessen geschundenen Körper begutachtet und allmählich begreift, was ihm, was ihr, was uns allen geschehen ist: Dann ist das in dieser Tiefe und Intensität eine einzige Katastrophe. Und damit das pure Theaterglück.
Johannes Bruggaier, Südkurier, 20.02.2017

Diese Frauen! Stark sind sie, jede hat einen Namen. Angeführt von Agaues Schwester Ino (eiskalt: Jana Alexia Rödiger), stürmen sie Dionysos nach ins Gebirge, werden zu Mänaden, Bakchen, und rasend tanzen sie zur verzerrten E-Gitarre (Choreografie Efrat Stempler, Musik Albrecht Ziepert). Mark Zurmühle interpretiert die Vorlage aus einer zeitgenössischen Position heraus. Denn die Menschenfänger sind nach wie vor unter uns, diese Halbgötter wie Dionysos. In weißen Kleidern schwebt er vom Schnürboden herab, lässt sich die Gitarre reichen, lässt sich Zeit mit seinem leisen Lied für Agaue (verzückt: Sylvana Schneider). Dieser Blick! Peter Posniak spielt Dioysos als Rockstar, als unschuldigen Verführer, seine Augen lächeln lüstern.
Dieter Langhart, Thurgauer Zeitung / St. Galler Tagblatt, 20.02.2017

Photos by Ilja Mess

Heimatfront

Choreographie: Martin Stiefermann
Musik & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Theaterdiscounter Berlin, 2016
Sparte: Tanzperformance

In HEIMATFRONT – Das Desaster lässt grüßen (domestic front – The disaster says hello) MS Schrittmacher puts the question, how long we can ignore the exploiting and martial consequences of our lifestyle in the comfort zone of Europe

Rare earths in smartphones, the cheap shirt from the sweatshop factory, the unfairly traded cup of coffee – our daily lifestyle is based on exploitation and creates conflicts and wars. A fact that we are so clear about until we suppress it. For our comfortable lifestyle we wage a war of wealth whose frontlines are spread all over the globe. But the migration of refugees driven by desperation, the brutal escalation of conflicts throughout the world and the increasing of terrorism in Europe make it more and more difficult for us to look away. The disaster that our affluent societies carried out to the world is returning home to its origin.

How will our view and our actions change when the front of our war of wealth is coming closer and becomes a domestic front? What to do when you face the consequences of your wealthy lifestyle and when the possibility to suppress is almost gone? Three performers name the martial and inhuman aspects of our prosperity. They confront themselves and the audience, avoid the unavoidable and are forced to take action. A musician and a video artist record directly the abstruse fight of the performers and produce sound and video sequences out of it which create again and again new contexts and ludicrous spaces. With their eye for the grotesque in the real MS Schrittmacher put their finger on the wound in this absurd fight for prosperity and dignity.

The war which seems to be the war of the others is coming home and turns the comfort zone into the domestic front.

Coproducer Saarländisches Staatstheater
Funded by Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes
Supported von rebeam, DINAMIX, platzhirsch
Mediapartner DIGITAL IN BERLIN

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Photos and Videos by Andreas J. Etter

Paradigm Shift

Chroeographie: Aliksey Schoettle
Musik & Sounddesign: Albrecht Ziepert
Ort/Jahr: Grabenhalle St. Gallen, 2016
Sparte: Tanz

Transhumanism: Paradigm Shift ist ein Kooperation zwischen Aliksey Schoettle, der Gründerin der TRONSDANCECOMPANY, und die Crew aus St.Gallen, Schweiz. Das Stück ist die dritte Produktion der Kompanie und der zweite Teil einer Trilogie die mit dem Stück FightFlight begonnen und durch Perspectives: A Prologue erweitert wurde.